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Einführung |
Stefan Krüskempers Gestaltungen für die Zürich-Schule in Berlin-Neukölln Die Anforderungen an den Kunst-am-Bau-Wettbewerb für die Zürich-Grundschule in Berlin-Neukölln waren hoch. Mit dem Kunstwerk sollte in dem von dem Architekten Klaus Petersen entwickelten Schulneubau etwas entstehen, das in seiner Gestaltung zeitgemäß ästhetisch ist und zudem partizipative Eigenschaften besitzt, also die SchülerInnen konkret an der Entstehung beteiligt. Stefan Krüskempers Vorschlag überzeugte die Jury aufgrund einer besonderen formalen und konzeptuellen Klarheit. Sein Projekt sieht drei großformatige Reliefs aus golden eloxiertem Aluminium vor, die Umrisslinien von Kindern abbilden, die etwas gestalten und darstellen, gemeinsam eine Figur bilden und dabei bekannte Skulpturen imitieren. Diese Linienreliefs sind aus ein Zentimeter dickem Material gefertigt. Eine der Arbeiten befindet sich im Foyer der Schule, eine weitere in der Mensa, die dritte im Eingang zum Verwaltungsbereich. Die Orte werden von Schülern regelmäßig frequentiert, sodass Stefan Krüskempers Arbeiten in der neuen Schule äußerst präsent sind.
Später suchte Stefan Krüskemper aus dem gewonnenen Fotomaterial die drei überzeugendsten Abbildungen aus, übersetzte sie in Lebensgröße und ließ die Umrisszeichnungen als Linienrelief in golden beschichtetem Aluminium anfertigen. Die so entwickelten Objekte zeigen die Nachstellungen, die von plastischen Arbeiten Volkmar Haases, Neo Rauchs und Johan Lorbeers herstammen und inspiriert sind. Die Vorlagen sind sowohl figürlich wie abstrakt. Auf die Herkunft der Reliefarbeiten verweist jeweils eine kleine am Relief angebrachte Tafel, die Künstlernamen sowie Titel des Vorbilds bezeichnet. Stefan Krüskempers Projekt für die Zürich-Schule entstand in einem Werkprozess, der die Kinder ernstnahm und sie an der Gestaltung deutlich beteiligt hat. Damit ist eine Voraussetzung gegeben, dass sich die SchülerInnen von nun an mit den Darstellungen der Reliefs identifizieren, denn sie sind bei aller Abstraktion in diesen Arbeiten doch als Kinder zu erkennen, die – hier stellvertretend für alle Kinder der Schule – dargestellt wurden. Solche aktive Teilhabe trägt dazu bei, dass die Schüler die Zürich-Schule als ihre Schule begreifen werden und ein positives Verhältnis zur Umgebung und zum Lernen entwickeln können. Mit der Struktur von Stefan Krüskempers Gestaltung, die Außenlinien und Binnendarstellungen gleichwertig behandelt, wird zudem eine neue Art des Sehens ermöglicht, bei dem der linearen Darstellung und den Zwischenflächen eine ähnlich hohe Bedeutung zugesprochen wird. Stefan Krüskempers Reliefarbeiten schulen also Wahrnehmung und Abstraktionsfähigkeit, wobei er in diesem All-over von Linien und Flächen eine geradezu gleichberechtigte, man kann sogar sagen demokratische Bedeutungsebene in seine Gestaltungen eingefügt hat. |
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